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Employer Branding im Mittelstand: Einfach mal machen

In unserer neuen Ausgabe von recruitingzirkus Talks haben wir Marcus Merheim, Senior Marketing Manager und Podcaster bei XING E-Recruiting interviewt. Marcus führt aktuell eine Studie zum Thema "Employer Branding im Mittelstand" durch. 
Bis zum 30.08. kann an der Befragung teilgenommen werden, diese ist hier zu finden.  

Hallo Marcus. Cool, dass Du dir die Zeit für uns nimmst. Du bist Podcaster und Spezialist für Employer Branding, erzähl uns doch mal was Du da eigentlich so machst?
Hey Jean-Luc, das ist auf den ersten Blick nicht so ganz einfach zu durchschauen, ich versuche mich kurz zu halten: Ich bin Senior Marketing Manager bei XING E-Recruiting und verantworte das strategische Marketing und die Kampagnen, das Produktmarketing und Kooperationen. Und dann gibt es da noch die ein oder anderen „Zusatzaufgaben“, so stehe ich öfters als Speaker auf der Bühne und habe auch die Freude, zusammen mit meiner tollen Kollegin Yee Wah seit rund zwei Jahren im XING E-Recruiting Podcast mit ganz spannenden Menschen aus dem HR / Recruiting / New Work – Umfeld sprechen zu dürfen. Zusätzlich bin ich stellvertretender Vorsitzender des Ressorts „Arbeitswelt der Zukunft“ beim Bundesverband Digitale Wirtschaft in Berlin, und mache auch noch meinen MBA in Digital- und Medienmanagement an der Hamburg Media School bzw. Universität Hamburg.

 

Was ist Employer Branding für Dich?
Da gibt es ja eine Menge unterschiedlicher Ansichten, aber für mich ist Employer Branding die Vermessung dessen, was ein Unternehmen und seine Mitarbeiter im Innersten zusammenhält. Und das ist für mich das Spannende an diesem Thema. EB bewegt sich von Organisationskultur über Verhaltensweisen von Angestellten und den Zusammenhalt bis hin zu Parties, die in einem Unternehmen (hoffentlich oft) gefeiert werden.

Hast du Tipps für Unternehmen? Womit fängt man an, wenn man Employer Branding integrieren möchte?
Mit den Basics. Ich stelle Personalleitern oder auch Geschäftsführern gerne die Frage: „Warum sollte ich für Ihr Unternehmen arbeiten?“ – und da kommt leider sehr oft als Antwort die flexible Arbeitszeit oder der Obstkorb. Beginnen sollte man mit einer Bestandsaufnahme dessen, was das Unternehmen als Arbeitgeber so besonders macht. Und dann geht es darum, dies greifbar zu machen. Im nächsten Schritt geht es in den reality check. Wenn man dieses Fundament gebaut hat, dann kann man in die interne wie auch externe Kommunikation gehen – sofern Ziele und eine Strategie erarbeitet wurden. Das ist nun sehr kurz zusammengefasst, aber im Kern ist es das eigentlich.

 

Was sind die größten Herausforderungen?
Für Geschäftsführungen ist m.E. der größte Schritt der, im übertragenen Sinne seinem eigenen Unternehmen „in die Augen zu schauen“, und die Bereitschaft zu haben, auch die unschönen Eigenschaften aufzudecken. Denn Menschen sollte es auf der Arbeit, wo sie eine so lange Zeit ihres Lebens verbringen, immer gut gehen. Und dazu gehört z. B. auch eine offene Kommunikation.

 

Welche Rolle spielt Employer Branding aktuell im Mittelstand?
Leider eine noch zu kleine. Oft herrscht die Denke vor, dass das doch nur was für die großen Unternehmen ist, mit den großen Budgets. Aber es gibt viele sehr schlaue Mechanismen, wie auch Mittelständler dieses Thema zu ihrem Vorteil nutzen können.

 

Deiner Erfahrung nach, wie viele mittelständische Unternehmen betreiben schon Employer Branding?
Ich würde sagen: weniger als 40 %. Aber lass mich erst meine Studie abschließen, dann kann ich dir das besser beantworten.

 

Wie gehen mittelständische Unternehmen das Thema an?
Wie gesagt, oft mit etwas „falscher Scheu“, es braucht einfach mehr Selbstbewusstsein, denn oft sind kleine Unternehmen auch etwas ganz Besonderes.

 

Welche besonderen Chancen und Risiken bestehen im Mittelstand?

Definitiv mehr Chancen als Risiken. Klar, man kann als Arbeitgeber auch über das Ziel hinausschießen, vor allem dann, wenn EB nicht authentisch betrieben wird, ich nenne da immer gerne die berühmte Hochglanzbroschüre. Und dann fängt der neue Mitarbeiter an und merkt, dass es gar nicht so ist, wie es ihm verkauft wurde. Dies erzeugt Frust auf beiden Seiten: beim Bewerber und beim Personaler, der wieder von vorne anfangen darf mit dem Recruiting-Prozess. 

 

Was würdest Du jedem mittelständischen Geschäftsführer*in mit auf den Weg geben?

Einfach mal machen. Oft können nämlich die eigenen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Teams wie Personal, Marketing, Kommunikation etc. mit ihren ganz eigenen Eigenschaften echt ein tolles Konzept erarbeiten, das dann auch schnell Früchte tragen kann. Es braucht kein 10-köpfiges Employer Branding-Team, es braucht Ideen und Mut.

 

Und jetzt machst Du eine Studie?

Genau, im Rahmen meiner Abschlussarbeit.  Es geht um den Stellenwert und die Erfolgsfaktoren von EB im Mittelstand. Und ich hoffe, dass ich mit ein paar Mythen aufräumen kann, das wäre ja auch schon ein tolles Resultat. Vorstudie mit Koryphäen wie Reiner Kriegler und Gero Hesse, Verprobung der Ergebnisse in der Breite im Rahmen einer qualitativen Analyse. 

 

Welche Zielgruppe sollte mitmachen?
Im Kern geht es um deutsche Mittelständler mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 10 und 500 Mitarbeitern. Und da sind dann alle eingeladen, die Berührung mit dem Thema haben, sprich von der Geschäftsführung bis zum operativ Verantwortlichen für EB.

 

Wann und wo gibt’s die Ergebnisse?

Im Laufe des Oktobers kommen die Ergebnisse. In welcher Form genau hängt auch ein wenig von der Aussagekraft bzw. dem Neuigkeitswert ab, aber sagen wir so: es kann alles dabei rauskommen, von der Executive Summary über das Whitepaper bis hin zum Buch. Aber die Teilnehmer der Studie, die noch bis zum 30. August teilnehmen bekommen definitiv die Ergebnisse.

 

Wenn du ein Zirkusartist wärst, was wärst du dann und warum?

Puh, das ist eine schöne Frage, da muss ich echt nachdenken. Ich glaube ich wäre der Entertainer, der den Menschen auch gerne ein Lachen entlockt. Ich kann meine rheinischen Wurzeln einfach nicht verbergen. 

 

Zuckerwatte oder Popcorn?
Definitiv Popcorn, aber nur süßes. 

 

 

+++Noch bis zum 30. August teilnehmen: Hier geht es zur Befragung+++

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